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Hamburger Schulreform – Chaos oder Segen?
Zwei Mütter - zwei Meinungen
Einmal pro Woche melden sich unsere Redakteurinnen Nicole und Kathrin - beides Doppelmamis - in unserem Mama-Blog „Mütter-Doppel“ zu Wort - und diskutieren Themen rund um Kinder und Erziehung. Diesmal ist es allerdings nur Nicole Ide, da sie als Mutter in Hamburg besonders betroffen ist.
Und wie immer ist natürlich auch IHRE Meinung, liebe User, gefragt. Schreiben Sie uns!
Nun startet er endlich, der Volksentscheid über die Schulreform in Hamburg.
Ich bin ein Fan der Primarschule, doch ich stecke in einem Dilemma.
Meine große Tochter geht in die dritte Klasse einer kleinen, gut behüteten Grundschule und ich hätte es ihr sehr gegönnt diese noch bis zur sechsten Klasse zu besuchen.
Jetzt haben aber alle derzeitigen Drittklässler nach der vierten Klasse die Wahl zwischen Verbleib an der Primarschule, Wechsel aufs Gymnasium oder auf die Stadtteilschule. Das hat sich unsere Schulsenatorin Frau Götsch noch kurz vor den Märzferien für den ersten Primarschuljahrgang einfallen lassen, um das Chaos perfekt zu machen.
Nun sollte ich mich eigentlich als Primarschulfan für den verbleib an der Grundschule entscheiden. Allerdings trifft das neue Schulmodel „Gemeinsames Lernen bis zur sechsten Klasse“ nicht auf breite Zustimmung in unserem Stadtteil, so dass wahrscheinlich die Kinder aus unserer Klasse, die gut genug sind, direkt auf das Gymnasium wechseln. Einige Eltern werden sich sicherlich auch gleich für die Stadtteilschule entscheiden, weil dort die Unterrichtsstrukturen für Fünft- und Sechstklässler einfach schon vorhanden und eingspielt sind und nicht neu geschaffen werden müssen.
Da der Jahrgang meiner Tochter nur einzügig ist (es gibt nur eine dritte Klasse), weiß ich noch nicht, ob die verbleibenden Schüler überhaupt ausreichen für die Eröffnung einer fünften Klasse an dieser Grundschule. Im ungünstigsten Fall kommt also an diesem Standort gar keine fünfte Klasse zu Stande.
Außerdem würde meine Tochter, wenn sie nun doch noch zwei weitere Jahre auf ihrer Grundschule bleiben könnte, möglicherweise in der siebten Klasse auf dem Gymnasium oder auf der Stadtteilschule wieder auf ihre alten Klassenkameraden stoßen, die sich nun schon zwei Jahre in einem neuen Klasseverbund zusammengefunden haben. Meine Tochter käme dann als Nachzügler in diesen bereits bestehenden Verbund rein und hätte vielleicht gar nicht den gleichen Wissensstand.
Auf den Gymnasien haben die fünften und sechsten Klassen sogar zwei Wochenstunden mehr Unterricht als die Kinder auf der Primarschule. Das bedeutet für mich eindeutig einen Wissensvorsprung für Gymnasiasten, der für einen Nachzügler von der Primarschule dann ab der siebten Klasse eventuell aufgeholt werden muss.
Hier kann ich nur sagen, Danke Frau Götsch, für mich ist das Primarschulchaos perfekt!
Trotzdem bleibe ich ein Fan des gemeinsamen Lernens bis zur Klasse 6.
Allerdings bin ich der Meinung, dass aus so manch kleinem Träumer oder Spätzünder zwischen 10 und 12 Jahren noch ein fleißiger und ehrgeiziger Schüler mit Abituraussicht werden könnte.
Viele Kinder müssen nur die Zeit und Reife haben, das aus eigener Kraft zu schaffen.
Deshalb werde ich auch für die Schulreform stimmen.
Liebe Hamburger, was werden Sie bis zum 18 Juli wählen?
Ihre Nicole Ide
Redakteurin RTLregional.de
Spanien hui - Holland pfui!
Es ist nicht immer so, dass am Ende auch die beste Mannschaft gewinnt. In diesem Fall aber schon: Spanien ist ein würdiger Weltmeister.
Nach dem EM-Titel vor zwei Jahren folgte nun der größte Erfolg, der Fußball-Spanien (erstmals) zuteil wurde. Auch wenn sie sich ein bisschen durch die Vorrunde gemogelt haben; als es drauf ankam waren sie da. Im Halbfinale gegen Deutschland schafften sie es, ihr Spiel durchzubringen und das der Deutschen zu zerstören.
Und auch im Finale ließen sich die Spanier durch das destruktive und oft überharte Spiel der Niederländer kaum beeindrucken. Ihr stets unerschütterlich wirkender Trainer Vicente del Bosque strahlte immer genau das Vertrauen aus, das die Spanier so stark macht. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das Vertrauen sich im Laufe eines Spiels nicht übermäßig viele, aber stets gute Torchancen herauszuarbeiten. Nicht zu vergessen, das Vertrauen in die eigenen Defensivqualitäten - denn die Spanier kassierten in sieben Spielen nur zwei Gegentore.
Wäre unsere Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Spanien besser in ihr neuerdings außerordentlich facettenreiches Spiel hineingekommen, hätte sie auch Spanien schlagen können, das gegen uns sicherlich das beste Spiel der WM abgeliefert hat.
Im Finale wären die mit einer völlig unangemessenen Härte angetretenen Holländer dann auf eine starke, sehr offensiv aufspielende deutsche Mannschaft gestoßen. Diese hätte es meiner Ansicht nach den Niederländern noch schwerer gemacht, als die Spanier am Sonntag.
Timo Seggermann
Producer
Landesstudio Bremen
Adios Alemania – Mann, Mann, Mann!
Was war das denn - werden sich sicher viele am Mittwochabend beim Spiel einer zaudernden Nationalelf gefragt haben, die doch eben noch gegen Argentinien mutig und ideenreich ein 4:0 herbeizauberte.
Keine Spur mehr von Angriffslust, Biss und Facettenreichtum – stattdessen hatten unsere Jungs offensichtlich die Hosen voll.
Natürlich ist es leichter, anderen die Schuld zu geben – Orakelkraken müssen derzeit um ihr Leben fürchten, mit Thomas Müller wäre das nicht passiert und der Schiedsrichter hat auch ein, zwei Fouls nicht gepfiffen…
Seien wir doch mal ehrlich, liebe Zuschauer: Niemand hat vor dem Beginn der WM gedacht, dass wir überhaupt soweit kommen würden! Diese Mannschaft startete als Nobody, fand mit jedem Spiel mehr zueinander und stieß am Mittwochabend schlicht und ergreifend an ihre Grenzen. Punkt.
Ich wage folgenden Vergleich: Unsere Elf steht kurz vor dem Ende der Pubertät, zeigte hier und da schon sehr markante, weise Züge und braucht definitiv nicht mehr lange bis zur Mann-schaft. Und in vier Jahren wird sie dann erobert, die große Liebe WM. Oder was meinen Sie?
Herzliche Grüße
Ihre Jasmin Wiegand.
Moderatorin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen
Kopf oder Bauch - Schweiß oder Rauch?
Nachdem am vergangenen Sonntag in Bayern durch einen Volksentscheid die Weichen für ein striktes Rauchverbot im Freistaat gestellt wurden, wird in Deutschland diskutiert, ob nicht eine landesweite Regelung das Rauchen in Gaststätten, Kneipen und Diskotheken endgültig und ausnahmslos verbieten soll.
Die rational einzig richtige Entscheidung in dieser Frage kann nur lauten: Ja, rauchen muss überall dort verboten werden, wo Unbeteiligte dem gesundheitsschädlichen Qualm ausgesetzt sind. Rauchen ist gefährlich, überflüssig und für viele Nichtrauchen lästig. Der zweifelhafte Genuss des Einzelnen kann nicht über dem gesundheitlichen Schutzbedürfnis der nichtrauchenden Mehrheit stehen.
Wie läuft es denn bisher? Überall, wo Nahrungsmittel verkauft werden oder wo in einer Großraumdisco oder auf einem Konzert viele Menschen aus unterschiedlichen Milieus zusammenkommen, ist rauchen verboten. Das ist richtig und wichtig und war kurz nach Einführung auch für alle Raucher kein Problem mehr. Wer rauchen will geht eben raus. Nur die Unverbesserlichen zwängen sich in irgendwelche Raucherkabuffs – aber für die ist es eh zu spät.
Und in kleinen Kneipen in der Nachbarschaft, in denen sich meist ein festes Publikum trifft, läuft es so, wie Wirt und Gäste es wollen. Entweder ja oder nein – man weiß, worauf man sich einzustellen hat. Sollte diese Wahlmöglichkeit nun beschränkt werden?
Alle rationalen Gründe sprechen dafür! Wenn nur dieses Bauchgefühl nicht wäre, dass damit der Freiraum Kneipe sterilisiert würde – und künftig wahrscheinlich stärker von nun nicht mehr übertünchten Schweißgerüchen durchweht würde.
Den ganz großen Aufstand können sich die Raucher meiner Ansicht nach allerdings sparen: In Kneipen und Bars rumzulungern ist seit jeher auch ein kleines Stück anarchischer Aufstand gegen die Pflicht, die eigene Lebenszeit immer sinnvoll zu nutzen. Und Anarchie könnte paradoxerweise auch die Lösung sein: Nach dem früher oder später sowieso kommenden strengen Nichtraucherschutzgesetz ändert sich für Viele wahrscheinlich überhaupt nichts: In der einen oder anderen Kneipe wird eben weiter geraucht, nur jetzt halt so, als würden man über eine rote Ampel gehen. Auch das ist gesundheitsschädlich – und verboten.
Was sagen Sie - sollen wir dem bayerischen Beispiel folgen?
Johannes Eichler
Online-Redakteur
Wir schlaaaanden Spanien weg!
Feierdeutschland ist bereit für den nächsten großen Sieg – und die Spieler sind es auch. Wer Schweinsteiger, Özil und Co. am Samstag gegen Argentinien gesehen hat, und ihr Spiel mit dem der Spanier nur wenige Stunden später gegen Paraguay vergleicht, der weiß: Deutschland kann ins Halbfinale einziehen. Trotz aller Jugend legen die Jungs einen überlegten – und damit auch einen überlegenen - Spielaufbau auf den Rasen. Bleiben sie bei diesem System und lassen sich auch von den nadelstichartigen Kurzpass-Angriffen der Iberer nicht überraschen, dann schwenken wir Mittwochabend wieder stolz unsere Fahnen, grölen was die Stimme hergibt: „Schlaaand!“ - und kommen am Donnerstag übernächtigt zur Arbeit. Oder haben die Spanier doch noch mehr drauf und überraschen uns am Mittwoch wieder – wie im EM-Finale 2008?
"… und das nächste Mal wird’s ne Sensation!"
Ihre
Susanne Broß
Redaktionsleiterin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen
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