Verlorener Kampf?

von Susanne Broß am 06.08.2010 um 16:55
Schacht Konrad
Die freie Meinungsäußerung wird uns garantiert. Doch ist das Äußern der freien Meinung über Jahrzehnte hinweg – und vor allem wenn es so wenig erfolgreich ist, wie der Kampf gegen das Atomendlager Schacht Konrad - nicht einfach nur nervig?

Das ist eine Frage, denen sich die Wortführer der „Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad“ mittlerweile aussetzen müssen. Und nicht nur Atomlobbyisten wenden sich genervt ab, wenn in Salzgitter-Bleckenstedt mal wieder eine Demo oder ein Konrad-Gottesdienst anstehen. Es sind sogar direkte Anwohner, die das jahrzehntelange Engagement nicht nachvollziehen können – gar lieber ihre Ruhe haben wollen vor den Atomgegnern. Und das, obwohl noch in den 80ern 289.387 Menschen schriftlich „Nein“ zum Atommüllendlager gesagt haben.

Was also ist der richtige Weg: Weitermachen für alle die, die zu bequem sind, um sich zu wehren – oder zu feige, um für ihre Meinung auf die Straße zu gehen. Oder schweigen und das Unvermeidliche akzeptieren?

Susanne BrossBertolt Brecht hat die Antwort einmal so formuliert:

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Ihre
Susanne Broß
Redaktionsleiterin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


La dolce vita

von Jan Spekker am 30.07.2010 um 16:34
Paparazzi
Seit einem halben Jahrhundert sind Paparazzi täglich auf der Jagd nach dem besten Promi-Schnappschuss, außerehelichen Affären oder ungeschminkten Stars im Schlabberlook.

Ihr Image liegt seit dem Tod von Lady Di irgendwo zwischen Gesetzesbrecher und Schmeißfliege. Dabei began alles ganz harmlos: In Federico Fellinis Meisterwerk "La dolce vita" ("Das süße Leben") hatte der Fotograf Giuseppe Paparazzo seinen ersten Auftritt - damals ahnte wohl noch niemand, dass der windige Italiener einmal zum Namensgeber einer ganzen Branche werden würde. Mittlerweile sind seine Nachfolger, die Paparazzi, für viele Promis allerdings zu einer Art Landplage geworden, doch das Publikum lechzt nach immer neuen Bildern.
Jan Spekker
Doppelmoralische Grüße

Ihr
Jan Spekker
Reporter Guten Abend RTL
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Aus für die Hannover Scorpions: Will die Stadt den Meister nicht?

von Sonja Dale am 23.07.2010 um 14:45
Hannover Scorpions
Der Deutsche Eishockeymeister 2010 steht vor dem Aus. Am Donnerstag erklärte Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Hannover Scorpions, Scoprions-Eigentümer Günter Papenburg habe sich für einen sofortigen Ausstieg aus dem Sportgeschäft entschieden. Gerade erst hatte der Club die DEL-Lizenz für die aktuelle Saison erhalten, doch ohne Finanzier ist diese hinfällig.

Das Land Niedersachsen, die Stadt Hannover und die Deutsche Messe AG sind schon seit Jahren im Gespräch, sich an der Tui Arena, der Spielstätte der Scorpions, finanziell zu beteiligen. Doch die Gründung einer Betreibergesellschaft kam bis heute nicht zustande. Dennoch hängt die letzte Hoffnung des Meisters offensichtlich an Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD), der nun zunächst in den Urlaub fährt.

Sonja DaleWill die Stadt den Meister nicht? In der Tat scheinen die Hannoveraner ihre Sympathie für einen Verein nicht an sportlichen Erfolgen zu messen. Der für die DEL eingebürgerte Verein aus der Wedemark findet nicht den gewünschten Rückhalt bei Fans, Stadt und Sponsoren. Dennoch haben sich noch vor drei Monaten bei der Meisterschaftsfeier auf dem Rathausbalkon alle Beteiligten bierseelig in den Armen gelegen und vollmundig Versprechen für die kommende Saison herausposaunt, die nun anscheinend alle nichts mehr wert sind.

Was nun, Hannover?

Ihre Sonja Dale
Producerin Guten Abend RTL
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Albtraum auf Ameland

von Markus Dietz am 22.07.2010 um 17:43
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Seit Mittwoch schockiert ein neuer Missbrauchsfall ganz Deutschland. Ende Juni reisten 170 Kinder mit dem Stadtsportbund Osnabrück auf die Insel Ameland. Für mindestens sechs 13-jährige Jungen wurden diese Ferien zum Albtraum – denn sie sollen in ihrem eigenen Schlafsaal von älteren Camp-Teilnehmern brutal sexuell missbraucht worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen elf Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren. Drei Tatverdächtige haben die Vorwürfe bereits zugegeben. Die Vernehmungen sollen bis Anfang August abgeschlossen sein.

Der größte Teil der Aufsichtspersonen bestand aus Studenten – ehrenamtliche Helfer im Alter von 18 bis 25. Alle wurden in 50 Stunden geschult – bekamen ihren Jugendleiter-Ausweis. Trotzdem blieben die Misshandlungen unbemerkt. Nun stellt sich die Frage: Hätte dieser grausame Vorfall durch professionell ausgebildetes Personal verhindert werden können? Würde ein professionelles, wachsameres Auge solch schreckliche Vorkommnisse entdecken?

Vielleicht hätten ausgebildete Erzieher oder studierte Sozialpädagogen Veränderungen an den Kindern bemerkt. Vielleicht. Doch eine Ferienfreizeit nur mit Profis ist aus Kostengründen kaum zu realisieren. Noch zeitintensivere Schulungen der unbezahlten Freiwilligen würden diese eventuell abschrecken – und damit auch einen Mangel an Aufsichtspersonen nach sich ziehen.

Markus DietzEs stellt sich also die Frage: Wie professionell müssen Jugendleiter sein – und was ist in der Praxis überhaupt umsetzbar?

Ihr Markus Dietz
Reporter Guten Abend RTL
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Entlassener Sexualstraftäter kommt nach Bad Pyrmont

von Timo Seggermann am 19.07.2010 um 17:08
Gefängnis

Eine Betreuungseinrichtung in Bad Pyrmont hat den aus der Sicherungsverwahrung entlassenen Sexualstraftäter aufgenommen. Der 53-Jährige war vom Oberlandesgericht Karlsruhe nach rund 30 Jahren Haft aus der JVA Freiburg entlassen worden. 1981 hatte ihn ein Gericht wegen mehrfacher Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung zu 8 jähriger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Seinerzeit war diese Sicherungsverwahrung auf zehn Jahre begrenzt. Diese Höchstgrenze wurde aber im Jahr 1998 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Trotzdem musste der Mann jetzt aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden.

Der Beschluss des OLG zur Freilassung stützt sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, wonach die Sicherungsverwahrung nicht rückwirkend verlängert werden darf, wie es während der Haft des 53-Jährigen allerdings mehrfach geschehen war. Eine baldige Neuregelung der Sicherungsverwahrung scheint dringend notwendig, problematisch ist aber auf der anderen Seite auch die „Hexenjagd“ auf den Betroffenen, die durch das große Medieninteresse ausgelöst werden könnte.

Timo SeggermannWie denken Sie über die Freilassung des wegen mehrfacher Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung verurteilten 53-Jährigen?

Sagen Sie uns im RTLregional Blog Ihre Meinung!

Ihr
Timo Seggermann
Producer Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


Justiz machtlos: Hier sehen Sie unseren Beitrag zum Thema